Unterstützung im Alltag für Menschen mit Behinderung

Assistenzhunde sind speziell ausgebildete Hunde, die Menschen mit Behinderung im Alltag unterstützen. Sie übernehmen Aufgaben, die ihren Halterinnen und Haltern mehr Selbstständigkeit, Sicherheit und Lebensqualität ermöglichen.
Für viele Menschen sind Assistenzhunde nicht nur praktische Helfer, sondern auch verlässliche Partner im täglichen Leben. Sie helfen bei der Teilhabe am sozialen und gesellschaftlichen Leben.
Diese Seite gibt einen kurzen Überblick darüber, was Assistenzhunde sind, welche Aufgaben sie übernehmen können und welche Rechte sie in Deutschland haben.
Was ist ein Assistenzhund?
Ein Assistenzhund ist ein Hund, der gezielt dafür ausgebildet wird, eine Person mit Behinderung im Alltag zu unterstützen. Die Ausbildung erfolgt individuell auf die Bedürfnisse der jeweiligen Person.
Assistenzhunde können Menschen mit unterschiedlichen Einschränkungen helfen, zum Beispiel bei:
– körperlichen Beeinträchtigungen
– neurologischen Beeinträchtigungen
– psychosozialen Beinträchtigungen (bspw. PTBS, Autismus,…)
– Sehbehinderung oder Blindheit
– Hörbehinderung
Der Hund lebt dauerhaft mit seinem Menschen zusammen und arbeitet eng mit ihm als Team.
Assistenzhunde unterscheiden sich von Therapiehunden oder Besuchshunden. Während Therapiehunde mit verschiedenen Menschen arbeiten, ist ein Assistenzhund ausschließlich für eine bestimmte Person ausgebildet.
Welche Aufgaben übernehmen Assistenzhunde?
Die Aufgaben eines Assistenzhundes richten sich immer nach den individuellen Bedürfnissen seines Menschen. Je nach Behinderung kann der Hund ganz unterschiedliche Aufgaben übernehmen.
Typische Aufgaben können zum Beispiel sein:
Unterstützung im Alltag
– Gegenstände aufheben und bringen
– Türen öffnen oder schließen
– Lichtschalter betätigen
– Hilfe beim Anziehen oder Ausziehen
Orientierung und Sicherheit
– sichere Führung im Straßenverkehr
– Anzeige von Hindernissen oder Treppen
– Unterstützung bei Gleichgewichtsproblemen
Warnen und Anzeigen
– Anzeigen von medizinischen Veränderungen / Notfällen (Krampfanfälle, Unter-/Überzuckerung,…)
– Anzeigen von Türklingel oder Telefon
– Warnen vor bestimmten Geräuschen
Unterstützung bei psychischen Belastungen
– Unterbrechen von Panikattacken, Flashbacks, dissoziativen Zuständen
– Beruhigung in Stresssituationen
– Schaffen von Abstand zu anderen Menschen
– Struktur und Sicherheit im Alltag geben
Durch diese Aufgaben helfen Assistenzhunde dabei, Hindernisse im Alltag zu überwinden und mehr Selbstständigkeit zu ermöglichen.
Rechte von Assistenzhunden in Deutschland
Assistenzhunde haben in Deutschland eigentlich besondere Rechte. Diese sind seit 2021 im Assistenzhundegesetz (AHundG) geregelt, das Teil des Behindertengleichstellungsgesetzes ist.
Das Gesetz soll sicherstellen, dass Menschen mit Assistenzhund gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können.
Zutrittsrechte
Menschen mit zertifizierten Assistenzhunden dürfen ihren Hund in der Regel überallhin mitnehmen, auch an Orte, an denen Hunde normalerweise nicht erlaubt sind.

Dazu gehören zum Beispiel:
- Geschäfte und Supermärkte
- Restaurants und Cafés
- Arztpraxen
- Behörden
- öffentliche Verkehrsmittel
- Hotels
Nur in wenigen Bereichen mit besonders strengen Hygienevorschriften kann es Ausnahmen geben.
Schutz vor Benachteiligung
Menschen mit Assistenzhund dürfen wegen ihres Hundes nicht benachteiligt werden. Ein unbegründetes Verbot kann eine Diskriminierung darstellen.
Damit die gesetzlichen Rechte für Mensch-Assistenzhunde-Gemeinschaft gelten, sieht das Gesetz vor, dass die Ausbildung bei einer zertifizierten Ausbildungsstätte erfolgt und mit einer anerkannten Prüfung abgeschlossen wird.
Aktuell gibt es in Deutschland jedoch noch keine Möglichkeit, sich offiziell als Ausbildungsstätte zertifizieren zu lassen. Sobald dieses Verfahren eingeführt wird, werde ich die Zertifizierung selbstverständlich direkt anstreben.
Für Teams, die ihre Ausbildung bereits begonnen haben, ist außerdem eine Übergangsregelung vorgesehen. Diese soll sicherstellen, dass bereits Assistenzhunde, die in Ausbildung sind, auch nach dem AHundV anerkannt werden.
Assistenzhunde sind Partner im Alltag
Ein Assistenzhund ist weit mehr als ein Hilfsmittel. Er ist Begleiter, Unterstützer und oft auch ein wichtiger emotionaler Halt.
Durch die enge Zusammenarbeit entsteht ein starkes Team, das Menschen mit Behinderung mehr Selbstständigkeit und Sicherheit im Alltag ermöglichen kann.
Wenn Du Dich für einen Assistenzhund interessierst oder überlegst, ob ein Assistenzhund für Dich geeignet sein könnte, berate ich dich sehr gerne in einem ausführlichen Erstgespräch.